Vorsorgemappe kostenlos: Wer sie herausgibt und wo die Grenzen liegen

Das Wichtigste in Kürze

Kostenlose Vorsorgemappen gibt es beim Bundesjustizministerium, bei Verbraucherzentralen, Caritas und Diakonie sowie bei vielen Landkreisen. Sie decken die Vorsorgedokumente zuverlässig ab, lassen aber Finanzen, laufende Verträge und digitale Zugänge fast immer aus.

Eine Vorsorgemappe bündelt die Dokumente, mit denen du im Voraus regelst, wer für dich entscheidet, wenn du es selbst nicht mehr kannst. Es gibt sie an vielen Stellen kostenlos. Dieser Überblick zeigt, wer sie herausgibt, was drin ist und wo du nachlegen musst.

Vorsorgemappe mit Patientenverfügung, Vorsorgevollmacht und Betreuungsverfügung
Die drei Vorsorgedokumente sind der Kern jeder Vorsorgemappe.

Wer kostenlose Vorsorgemappen anbietet

HerausgeberSchwerpunktForm
BundesjustizministeriumVorsorgevollmacht, Betreuungsverfügung, PatientenverfügungPDF-Muster mit Erläuterungen
VerbraucherzentralenVorsorgedokumente, teils online ausfüllbarPDF und Onlineformular
Caritas und DiakonieVorsorge plus Beratung vor Ortgedruckte Mappe
Landkreise und Kommunenregional, oft mit lokalen KontaktenMappe oder PDF
Palliativstiftung und Hospizvereinemedizinische Vorsorgegedruckte Mappe
KrankenkassenGesundheitsangaben, VollmachtenPDF, teils Bestellung

Regionale Angebote unterscheiden sich im Umfang, nicht in der Sache. Wenn die Mappe deines Landkreises dünn ausfällt, ergänze sie, statt lange nach einer besseren zu suchen.

Was in kostenlosen Vorsorgemappen regelmäßig fehlt

  • Finanzen. Konten, Depots, Kredite und Versicherungen tauchen selten auf, obwohl Bevollmächtigte genau dort handeln müssen.
  • Laufende Verträge. Miete, Strom, Mobilfunk, Mitgliedschaften. Im Todesfall müssen sie gekündigt werden, dafür braucht es Anbieter und Vertragsnummer.
  • Digitale Zugänge. Fast nie enthalten, für Angehörige der aufwendigste Teil. Mehr dazu unter digitaler Nachlass.
  • Ein Fundort. Die beste Mappe hilft nicht, wenn niemand weiß, wo sie liegt.

Vorsorgemappe, Vorsorgeordner, Notfallordner

Die drei Begriffe werden durcheinander verwendet. In der Praxis gilt: Mappe und Ordner meinen dasselbe, der Unterschied liegt im Umfang. Vorsorgeordner und Vorsorgemappe decken die Vorsorgedokumente ab, der Notfallordner geht darüber hinaus und nimmt Finanzen, Verträge und Digitales dazu. Wer ohnehin anfängt, fährt mit der größeren Lösung besser, weil sonst zwei Sammlungen gepflegt werden müssen und regelmäßig eine davon vergessen wird.

Dieser Text ersetzt keine Rechtsberatung. Bei komplizierten Familien- oder Vermögensverhältnissen lohnt der Gang zum Notar oder zur Verbraucherzentrale.

Häufige Fragen

Woher bekomme ich eine kostenlose Vorsorgemappe?

Verbraucherzentralen, Caritas und Diakonie, die Deutsche PalliativStiftung, viele Landkreise und Kommunen sowie das Bundesjustizministerium stellen Vorsorgemappen und Formulare kostenlos bereit. Der Umfang reicht von einzelnen Vordrucken bis zu gebundenen Mappen.

Was ist der Unterschied zwischen Vorsorgemappe und Notfallordner?

Eine Vorsorgemappe konzentriert sich auf die Vorsorgedokumente, also Patientenverfügung, Vorsorgevollmacht und Betreuungsverfügung. Ein Notfallordner umfasst diese ebenfalls und ergänzt sie um Finanzen, Verträge, Versicherungen und digitale Zugänge.

Sind kostenlose Vorsorgeformulare rechtlich gültig?

Ja, sofern sie vollständig ausgefüllt, datiert und eigenhändig unterschrieben sind. Die Muster des Bundesjustizministeriums und der Verbraucherzentralen sind dafür geeignet. Notarielle Beglaubigung wird erst nötig, wenn es um Immobilien oder ein Unternehmen geht.

Wie oft muss ich die Vorsorgemappe erneuern?

Erneuern nicht, aber bestätigen. Eine Patientenverfügung verliert nicht automatisch ihre Gültigkeit, wird aber ernster genommen, wenn sie regelmäßig neu datiert und unterschrieben ist. Einmal im Jahr durchsehen reicht, nach jeder größeren Veränderung sofort.