Was gehört in einen Notfallordner? Die vollständige Checkliste

Das Wichtigste in Kürze

In einen Notfallordner gehören sechs Bereiche: Person und Ausweise, Gesundheit, die Vorsorgedokumente, Finanzen und Versicherungen, digitale Zugänge sowie Anweisungen für Angehörige. Entscheidend ist weniger die Vollständigkeit als die Frage, ob deine Angehörigen im Ernstfall damit zurechtkommen.

Die häufigste Frage zum Notfallordner ist nicht, ob man einen braucht, sondern was hineingehört. Diese Checkliste geht die sechs Bereiche durch, Register für Register, in der Reihenfolge, in der sie im Ernstfall gebraucht werden.

Aufgeschlagener Notfallordner mit Registern für Person, Gesundheit, Vorsorge und Finanzen
Die sechs Register in der Reihenfolge, in der sie im Ernstfall gebraucht werden.

Register 1: Person und Notfallkontakte

  • Personalausweis und Reisepass in Kopie
  • Geburts-, Heirats- oder Scheidungsurkunde
  • Rentenversicherungsnummer, Steuer-Identifikationsnummer
  • Wer ist zuerst zu benachrichtigen, mit Telefonnummer

Register 2: Gesundheit

  • Vorerkrankungen und Operationen
  • Medikamente mit Dosierung, Allergien und Unverträglichkeiten
  • Haus- und Fachärzte, Krankenkasse, Versichertennummer
  • Organspendeausweis, wenn vorhanden

Register 3: Vorsorgedokumente

  • Patientenverfügung, aktuell datiert
  • Vorsorgevollmacht, unterschrieben
  • Betreuungsverfügung als Auffangnetz
  • Hinweis, ob die Vollmacht im Zentralen Vorsorgeregister eingetragen ist

Ausführlich dazu: Vorsorgeordner und die drei Dokumente.

Register 4: Finanzen und Versicherungen

  • Konten und Depots mit Bank und IBAN, ohne PIN
  • Kredite, Ratenzahlungen, Bürgschaften
  • Versicherungen mit Gesellschaft, Vertragsnummer und Ansprechpartner
  • Daueraufträge und Lastschriften
  • Miet- oder Grundbuchunterlagen

Register 5: Digitale Zugänge

  • E-Mail-Konten, denn darüber lässt sich fast alles andere zurücksetzen
  • Passwortmanager und wie man an das Hauptpasswort kommt
  • Laufende Abos: Streaming, Software, Mobilfunk, Mitgliedschaften
  • Social-Media-Profile und was damit geschehen soll

Ausführlich dazu: Digitaler Nachlass.

Register 6: Anweisungen und Wünsche

  • Wer kümmert sich um Wohnung, Haustiere, Pflanzen
  • Wünsche zur Bestattung, bestehende Vorsorgeverträge
  • Testament: ob eines existiert und wo es liegt
  • Persönliche Nachrichten an Angehörige

Die zwei häufigsten Lücken

Das Digitale. Register 5 fehlt in fast jeder kostenlosen Vorlage, obwohl heute ein großer Teil der Verträge nur dort sichtbar ist. Für Angehörige ist das der aufwendigste Teil.

Der Fundort. Ein sorgfältig ausgefüllter Ordner nützt nichts, wenn im Ernstfall keiner weiß, wo er steht. Sag es zwei Menschen und notiere das Datum der letzten Aktualisierung auf der ersten Seite.

Wie du anfängst

Nicht chronologisch, sondern nach Dringlichkeit: Register 1 bis 3 an einem Abend, den Rest über die nächsten Wochen. Die Schritt-für-Schritt-Reihenfolge steht in der Anleitung zum Notfallordner anlegen. Wer für eine Familie plant, findet die Besonderheiten unter Notfallordner für Familien.

Wie weit bist du? 16 Punkte zum Abhaken

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Person und Kontakte

Gesundheit

Vorsorgedokumente

Finanzen

Digitales

Aufbewahrung

Wenn dir mehr als eine Handvoll fehlt, lohnt sich eine fertige Vorlage mehr als das Zusammensuchen: Notfallordner mit 57 Seiten

Häufige Fragen

Was gehört alles in einen Notfallordner?

Sechs Bereiche: persönliche Daten und Ausweise, Gesundheit mit Medikamenten und Ärzten, die Vorsorgedokumente, Finanzen mit Konten und Versicherungen, digitale Zugänge samt Abos, und Anweisungen für Angehörige. Wichtiger als Vollständigkeit ist, dass jemand im Ernstfall damit zurechtkommt.

Wie viele Seiten hat ein vollständiger Notfallordner?

Kostenlose Vordrucke von Behörden umfassen zwei bis zwanzig Seiten und decken meist nur Person und Gesundheit ab. Ein vollständiger Ordner mit Finanzen, Verträgen und digitalen Zugängen kommt auf 50 bis 60 Seiten. Ausgefüllt wird davon nie alles, sondern nur was auf dich zutrifft.

In welcher Reihenfolge sollte der Ordner aufgebaut sein?

Nach Dringlichkeit im Ernstfall: zuerst Notfallkontakte und Gesundheit, dann die Vorsorgedokumente, danach Finanzen und Verträge, zuletzt das Digitale und persönliche Wünsche. Wer im Krankenhaus steht, braucht Seite eins, nicht Seite vierzig.

Was wird am häufigsten vergessen?

Die digitalen Zugänge und die laufenden Abos. Angehörige wissen oft nicht einmal, welche Verträge existieren, weil alles per E-Mail läuft. Der zweithäufigste Fehler ist ein Ordner, von dem niemand weiß, wo er steht.