Notfallordner für Familien: Was zusätzlich hineingehört

Das Wichtigste in Kürze

Ein Familien-Notfallordner enthält zusätzlich eine Sorgerechtsverfügung für minderjährige Kinder, Vollmachten für beide Elternteile, die Unterlagen und Notfallkontakte der Kinder sowie eine Übersicht der gemeinsamen und getrennten Konten. Genau diese vier Punkte fehlen in fast allen Standardvorlagen.

Ein Notfallordner für Familien unterscheidet sich in einem Punkt grundlegend von einem für Alleinstehende: Es geht nicht nur darum, wer für dich entscheidet, sondern auch darum, wer für deine Kinder entscheidet. Genau dieser Teil fehlt in fast allen kostenlosen Vorlagen.

Notfallordner mit ausgefüllten Vorlagen für zwei Erwachsene und Kinder
Für Familien braucht jeder Erwachsene ein eigenes Register - Vollmachten gelten immer nur für eine Person.

Die vier Bereiche, die nur Familien betreffen

1. Sorgerechtsverfügung

Damit benennt ihr, wer sich um eure minderjährigen Kinder kümmern soll, falls euch beiden etwas zustößt. Ohne diese Verfügung bestimmt das Familiengericht einen Vormund, und das kann jemand sein, den ihr nie ausgewählt hättet. Sie muss handschriftlich verfasst, datiert und unterschrieben sein.

2. Vollmachten für beide Elternteile

Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung gelten immer nur für eine Person. Zwei Erwachsene brauchen zwei Sätze. Häufiger Fehler: Ein Elternteil legt alles an, der andere kommt nie dazu. Fällt ausgerechnet der aus, steht die Familie ohne da.

3. Unterlagen der Kinder

Geburtsurkunden, Impfausweise, Krankenversicherung, Allergien und Medikamente, Kontaktdaten von Kinderarzt, Kita und Schule. Dazu die Liste, wer die Kinder abholen darf. Klingt banal, ist im Ernstfall aber das Erste, wonach gefragt wird.

4. Familienfinanzen

Gemeinsame und getrennte Konten, wer worauf Zugriff hat, laufende Verpflichtungen wie Miete oder Kredit, und ob im Todesfall genug Liquidität da ist, um die nächsten Monate zu überbrücken. Sperrt die Bank ein Konto, hilft ein zweites auf den anderen Namen.

Was in Standardvorlagen fehlt

ThemaStandardvorlageFamilie braucht
Sorgerechtmeist gar nichtSorgerechtsverfügung, handschriftlich
Vollmachtenein Satzje Erwachsenem ein Satz
Gesundheitnur die eigenealle Familienmitglieder
KontakteHausarztKinderarzt, Kita, Schule, Abholberechtigte
Finanzeneigene Kontengemeinsame und getrennte, Zugriffsrechte

Wo ihr anfangt, wenn die Zeit knapp ist

  1. Sorgerechtsverfügung schreiben. Eine halbe Seite, handschriftlich, beide unterschreiben.
  2. Vollmachten für beide Erwachsenen. Muster gibt es beim Bundesjustizministerium kostenlos.
  3. Eine Seite mit allen Kinderdaten und Notfallkontakten.
  4. Den Rest über die nächsten Wochen ergänzen.

Die vollständige Struktur steht in der Anleitung zum Notfallordner; was genau in jedes Register gehört, findest du unter Inhalt eines Notfallordners.

Dieser Text ersetzt keine Rechtsberatung. Für die Sorgerechtsverfügung lohnt bei komplizierten Familienverhältnissen der Gang zum Notar.

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Person und Kontakte

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Wenn dir mehr als eine Handvoll fehlt, lohnt sich eine fertige Vorlage mehr als das Zusammensuchen: Notfallordner mit 57 Seiten

Häufige Fragen

Was gehört in einen Familien-Notfallordner?

Zusätzlich zu den üblichen Bereichen: eine Sorgerechtsverfügung für minderjährige Kinder, die Kontaktdaten von Schule, Kita und Kinderarzt, Impfausweise und Allergien der Kinder, sowie eine klare Regelung, wer die Kinder im Notfall abholen darf. Genau diese Punkte fehlen in den meisten Standardvorlagen.

Brauchen wir einen Ordner pro Person oder einen für die Familie?

Einen gemeinsamen Ordner mit einem eigenen Register je Person. Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung müssen für jeden Erwachsenen einzeln vorliegen und unterschrieben sein, die gemeinsamen Themen wie Wohnung, Versicherungen und Kinder stehen nur einmal drin.

Was passiert mit unseren Kindern, wenn beiden Eltern etwas zustößt?

Ohne Regelung bestimmt das Familiengericht einen Vormund. Mit einer Sorgerechtsverfügung benennt ihr im Voraus, wen ihr euch wünscht. Sie muss handschriftlich verfasst und unterschrieben sein, damit sie gilt. Das Gericht ist daran nicht streng gebunden, folgt dem Wunsch aber in aller Regel.

Ab wann lohnt sich das für eine junge Familie?

Ab dem ersten Kind. Der Ordner ist dann am dünnsten und am schnellsten angelegt. Später kommen Immobilie, mehr Verträge und mehr Konten dazu, und der Aufwand wächst mit jedem Jahr, in dem man es aufschiebt.