Notfallmappe: Was reingehört und wo du sie kostenlos bekommst

Das Wichtigste in Kürze

Notfallmappe und Notfallordner meinen dasselbe: die Sammlung aller Unterlagen, die Angehörige brauchen, wenn du nicht mehr auskunftsfähig bist. Kostenlose Vordrucke gibt es von Behörden, Krankenkassen und Verbänden; sie decken meist Person und Gesundheit ab und lassen Finanzen und digitale Zugänge aus.

Eine Notfallmappe ist die Sammlung aller Unterlagen, die deine Angehörigen brauchen, wenn du selbst nicht mehr auskunftsfähig bist. Nach einem Unfall, bei plötzlicher Krankheit, im Todesfall. Sie beantwortet die Fragen, die dann als Erstes gestellt werden: Wo sind die Papiere, welche Verträge laufen, wer darf entscheiden.

Notfallmappe mit Registerblättern und ausgefüllten Seiten
Ob Mappe oder Ordner: Der Inhalt entscheidet, nicht die Bezeichnung.

Notfallmappe oder Notfallordner: Der Unterschied ist nur das Wort

Beide Begriffe meinen dasselbe. "Notfallmappe" ist der Begriff, den Behörden, Krankenkassen und Arbeitgeber verwenden. "Notfallordner" hat sich privat durchgesetzt. Wer nach beidem sucht, landet bei denselben Inhalten. Lass dich von der Wortwahl also nicht verunsichern.

Was in eine Notfallmappe gehört

Sechs Bereiche decken ab, was im Ernstfall tatsächlich gebraucht wird:

  1. Person und Ausweise: Personalausweis, Geburts- und Heiratsurkunde, Rentenversicherungsnummer, Steuer-ID.
  2. Gesundheit: Vorerkrankungen, Medikamente samt Dosierung, Allergien, behandelnde Ärzte, Krankenkasse.
  3. Vorsorge: Patientenverfügung, Vorsorgevollmacht, Betreuungsverfügung. Ohne diese Papiere entscheidet im Zweifel ein Gericht, wer für dich handeln darf.
  4. Finanzen: Konten, Depots, Kredite, Versicherungen, Daueraufträge, Mietvertrag.
  5. Digitales: Zugänge zu E-Mail, Cloud, Abos und Konten. Der am häufigsten vergessene Bereich.
  6. Anweisungen: Wer ist zu benachrichtigen, was soll mit Haustieren geschehen, welche Wünsche gibt es für die Bestattung.

Ausführlicher steht das in der Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Notfallordner.

Kostenlose Notfallmappen: Wer sie herausgibt

HerausgeberUmfangWofür geeignet
Bundesamt für BevölkerungsschutzDokumentenmappe, ChecklisteÜberblick, welche Papiere existieren sollten
Bundesländer und Kommunenje nach Land 4 bis 20 SeitenGrundangaben, oft mit regionalen Hinweisen
Krankenkassenmeist GesundheitsteilMedikamente, Diagnosen, Notfallkontakte
Arbeitgeber und Kirchenstark unterschiedlichoft mit Beratung im Haus verbunden

Diese Vordrucke sind ein guter Anfang und kosten nichts. Ihre Grenze liegt meist an derselben Stelle: Sie decken Person und Gesundheit ab, werden bei Finanzen dünn und lassen die digitalen Zugänge fast immer aus. Genau dort entsteht später die meiste Arbeit für Angehörige.

Notfallmappe nach Bundesland

Viele Menschen suchen gezielt nach der Mappe ihres Bundeslandes, etwa für Nordrhein-Westfalen, Bayern, Hessen oder Niedersachsen. Die Angebote unterscheiden sich im Umfang, nicht in der Sache: Ein Notfall in Bayern verlangt dieselben Unterlagen wie einer in Hessen. Wenn deine Landesmappe schmal ausfällt, ergänze sie um die fehlenden Bereiche, statt lange nach einer besseren zu suchen.

Wo du die Mappe aufbewahrst

Griffbereit zu Hause, nicht im Bankschließfach. An das Schließfach kommen Angehörige im Notfall nicht ohne Weiteres heran, und genau dann wird die Mappe gebraucht. Bewährt hat sich ein Ordner im Regal plus eine Notiz im Geldbeutel, wo er steht. Wer zusätzlich eine digitale Kopie anlegt, sollte sie verschlüsseln und den Zugang genau einer Vertrauensperson hinterlegen.

Der häufigste Fehler

Nicht die unvollständige Mappe, sondern die, von der niemand weiß. Eine sorgfältig ausgefüllte Mappe im Schrank nützt nichts, wenn im Ernstfall keiner sie findet. Sag mindestens zwei Menschen, wo sie liegt, und schreib das Datum der letzten Aktualisierung auf die erste Seite.

Häufige Fragen

Ist eine Notfallmappe dasselbe wie ein Notfallordner?

Ja. Beide Begriffe meinen dieselbe Sammlung: alle Unterlagen, die Angehörige brauchen, wenn du selbst nicht mehr auskunftsfähig bist. "Mappe" wird eher von Behörden, Kirchen und Arbeitgebern verwendet, "Ordner" eher im privaten Umfeld. Inhaltlich gibt es keinen Unterschied.

Wo bekomme ich eine kostenlose Notfallmappe?

Mehrere Bundesländer geben eigene Vordrucke heraus, ebenso das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe mit seiner Dokumentenmappe. Auch viele Krankenkassen, Kirchengemeinden und größere Arbeitgeber verteilen Mappen. Der Umfang schwankt stark: von zwei Seiten bis rund zwanzig.

Was kostet eine Notfallmappe?

Die Vordrucke von Behörden und Kassen sind kostenlos. Ausführliche Vorlagen mit Registern und Ausfüllhilfen liegen üblicherweise zwischen 20 und 60 Euro. Der eigentliche Aufwand ist nicht das Geld, sondern die Zeit: Wer bei null anfängt, sollte fünf bis sechs Stunden einplanen.

Für wen lohnt sich eine Notfallmappe besonders?

Für alle, bei denen jemand anderes im Ernstfall handeln müsste: Familien mit minderjährigen Kindern, Alleinlebende ohne nahe Angehörige vor Ort, pflegende Angehörige und Selbstständige, deren Geschäft nicht stillstehen darf.