Die Optimale Reihenfolge dein Geld zu Investieren

Wir werden von klein auf gelehrt, einen bestimmten Weg zu gehen: zur Schule gehen, gute Noten bekommen, einen Job finden und dann befördert werden. 

Aber was machen wir tatsächlich dann mit unserem Geld? 

Wir geben es aus für Konsum und geraten schnell in die Lifestyleinflation, wo mit steigenden Einnahmen auch steigende Ausgaben verbunden sind. 

Was wir allerdings auch machen könnten, wäre natürlich, unser Geld zu investieren – was die cleverere Möglichkeit ist. Aber dann stellt sich schnell die Frage: In was sollte man investieren? Wie sollte man anfangen?

Genau deswegen will ich dir in diesem Artikel mal meine optimale Reihenfolge vorstellen, wie ich mein Geld investiert habe und es auch immer wieder investieren würde.

Schritt 1: Notgroschen aufbauen

Im ersten Schritt würde ich hingehen und anfangen, mir einen Notgroschen aufzubauen. 

Der Notgroschen sollte ungefähr ein bis drei Monatsgehälter groß sein. Die Verbraucherzentrale empfiehlt, dass der zwei bis drei Monatsgehälter groß ist. 

Allerdings würde ich schon mit einem Notgroschen von einem Monatsgehalt anfangen, in weitere Dinge zu investieren.

Der Grund dafür ist ein klassisches Paradox: Wir können nur etwas Neues lernen, wenn wir es auch in der Praxis ausführen. 

Das heißt, wenn du das Interesse an finanzieller Bildung hast, dann solltest du dich auch darum kümmern, dass du so früh wie möglich anfängst, etwas in die Praxis umzusetzen.

Deswegen würde ich persönlich mit einem Monatsgehalt für meinen Notgroschen starten und dann mir ein System aufsetzen, was kontinuierlich diesen Notgroschen weiter aufbaut. 

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So würde ich am Anfang mein Geld investieren

Das kannst du beispielsweise machen, indem du dein Notgroschen auf ein Tagesgeldkonto packst und von deinem Girokonto aus regelmäßig eine Dauerüberweisung anlegst, sodass der Notgroschen kontinuierlich z.B. mit 25, 50 oder 100 € im Monat weiter aufgebaut wird.

Schritt 2: Konsumschulden abbauen

Der zweite Schritt ist der Abbau deiner Konsumschulden, falls du welche haben solltest. Hier ist es wichtig zu unterscheiden, dass es gute Schulden gibt und schlechte Schulden gibt. 

  • Gute Schulden, das sind meistens die Schulden, die uns weitere Einkommenskanäle bescheren, z. B. die Investition in ein Haus, was du dann vermietet.
  • Schlechte Schulden hingegen sind Schulden, die wir aufbauen, die uns sehr, sehr viel Geld kosten, die meistens kurzfristig laufen und einen hohen Zins haben. 

Diese Schulden sind meistens Konsumschulden und du kennst sie beispielsweise, wenn du ein Möbelstück kaufst, wenn du ein Elektronikgerät kaufst oder natürlich auch, wenn du ein Auto kaufst.

Konsumschulden sollten wir so schnell wie möglich abbauen. 

Hierbei kann es beispielsweise nützlich sein, deine angehäuften Kredite zusammenzuführen. 

Das heißt, wenn du beispielsweise Kreditkartenschulden hast, du hast eine Möbelfinanzierung und hast noch ein Auto gekauft, dann solltest du diese Kredite zusammenführen, dir von der Bank einen größeren Kredit geben lassen, mit besseren Zinskonditionen und diesen dann langfristig abzahlen.

Schritt 3: Investieren beginnen

Sobald du diese Basics abgeschlossen hast, geht es weiter und jetzt wirklich mit dem Investieren los. 

Bevor du allerdings investierst, solltest du dir überlegen, in was du investierst. Du brauchst eine Strategie! 

Denn viele Menschen machen den Fehler, dass sie nicht in einen risikoarmen Teil und in einen risikoreichen Teil ihres Vermögens investieren.

Anfangen würde ich immer damit, erstmal zu bestimmen, wie groß eigentlich dein risikoreicher Teil sein soll und wie groß dein risikoarmer Teil sein soll, beispielsweise 

  • 20% risikoarmer Teil und 
  • 80% risikoreicher Teil. 

Ich sehe immer wieder viel zu viele Menschen schnell in den risikoreichen Teil ihres Vermögens zu springen, anstatt sich über den risikoarmen Teil tatsächlich auch Gedanken zu machen.

Risikoarmer Teil des Vermögens

Für den risikoarmen Teil deines Vermögens eignet sich mittlerweile sehr gut auch wieder ein Tagesgeldkonto. 

Denn dort bekommst du von der Bank fixe Zinsen und du kannst immer auf dein Geld zugreifen. 

Lange Zeit hat es sich überhaupt nicht gelohnt, einen risikoarmen Teil mithilfe eines Tagesgeldkontos aufzubauen, denn auf dem Tagesgeldkonto haben wir lange Zeit gar keine Zinsen mehr von der Bank bekommen. 

Durch die hohe Inflation und die steigenden Zinsen in den letzten Jahren hat es sich mittlerweile allerdings wieder gedreht und es lohnt sich auch, einen risikoarmen Teil deines Vermögens auf einem Tagesgeldkonto aufzubauen

Denn dort bekommst du mittlerweile wieder 3 bis 4 und manchmal sogar mehr Prozent Zinsen.

Risikoreicher Teil des Vermögens

Den risikoreichen Teil deines Vermögens würde ich anfangen mit einem ETF aufzubauen. 

Ein ETF ist ein Exchange Traded Fund. 

Du kannst es dir so vorstellen wie ein großer Pool von Aktien, der zusammengeworfen wird und einen Index abbildet, beispielsweise den deutschen Aktienindex. 

Wenn du einen ETF kaufst, dann kaufst du immer einen Pool von Aktien, sodass du eine höhere Diversifikation hast und nicht direkt so viel Risiko gehst, wie wenn du beispielsweise eine einzelne Aktie kaufen würdest. 

Denn wenn du nur eine einzige Aktie kaufst, dann hast du auch immer wieder das Risiko, dass dieses Unternehmen pleite geht und du dein gesamtes Vermögen verlierst. 

Streust du hingegen dein Vermögen mit einem ETF meistens in 1000 bis 2000 Aktien, dann hast du dieses Risiko nicht bzw. ist es wesentlich geringer und du bist automatisch diversifiziert.

Ich würde auch hier anfangen, mit einer kleinen Summe früh zu starten, beispielsweise mit 25 oder 50 € pro Monat, die ich in einen Sparplan investiere. 

Der Grund dafür ist wieder einfach: 

Wir wollen so schnell wie möglich in die Praxiserfahrung kommen und neue Learnings generieren, das heißt neue Dinge lernen, um zu sehen, wie wir tatsächlich auch darauf reagieren, wenn unsere Aktien einmal steigen und fallen. 

Dies geht wieder auf das Paradox des Lernens zurück, dass wir nur etwas Neues lernen können, wenn wir es ausprobieren. 

Und viele Menschen bleiben hier einfach komplett stehen und trauen sich nicht zu investieren, weil sie Angst davor haben. 

Aber wenn du mit kleinen Beträgen anfängst und diese kontinuierlich steigerst, hast du auch am Anfang ein viel geringeres Risiko, sodass du es gut ausprobieren kannst, um deine ersten Erfahrungen zu sammeln. 

Ein kleiner Betrag bedeutet nämlich immer auch ein kleineres Risiko.

Schritt 4: Staatlich geförderte Investitionen nutzen

Im nächsten Schritt würde ich mich damit beschäftigen, mit den Investitionen, die staatlich gefördert sind. 

Dazu gehören beispielsweise die Riester-Rente, die Rürup-Rente oder auch die vermögenswirksamen Leistungen.

Aus meiner Erfahrung heraus ist es so, dass Riester- und Rürup-Rente extrem kompliziert sind und nur für einen geringen Teil der Bevölkerung noch Sinn ergeben. 

Vermögenswirksame Leistungen sollte sich hingegen jeder anschauen. Denn bei vermögenswirksamen Leistungen wirst du oftmals von deinem Arbeitgeber und zusätzlich vom Staat unterstützt. 

Diese machen leider nur monatlich einen kleinen Betrag aus, ich würde ihn aber tatsächlich dann auch voll ausnutzen.

Jetzt hast du bereits das Basis-Finanzsystem für guten Vermögensaufbau aufgestellt: 

  • Du hast einen Notgroschen, 
  • du hast deine Schulden abbezahlt, 
  • du hast deine Vorsorge mit ETFs angefangen aufzubauen
  •  sicherst dir noch, falls dein Arbeitgeber es anbietet, vermögenswirksame Leistungen und einen kleinen Zuschuss dazu.

Organisieren kannst du das Ganze natürlich, indem du monatliche Daueraufträge oder Sparpläne einrichtest und deinen monatlichen Sparbetrag vorher einmal fest definiert hast.

Wenn du dieses System eine Zeit lang genutzt hast, dann würde ich mit den nächsten drei weiteren Bausteinen weitermachen, die oftmals komplett vergessen werden.

Schritt 5: Persönliches Wachstum und Job-Skills

Der obere Teil deiner Investitionspyramide fängt an mit den Investitionen in dein persönliches Wachstum. 

Denn durchschnittliche Investitionen in Aktien, beispielsweise über eine ETF-Strategie oder Ähnliches, die bringen dir im Schnitt 7% bis 8% Rendite pro Jahr.

Die viel höhere Rendite wird allerdings immer die Rendite sein, die du in deine persönliche Weiterentwicklung investierst. 

Denn im Endeffekt willst du mit dem Geld ja deine Lebensqualität, deine Gesundheit oder deine Glücklichkeit erhöhen.

Schaffen können wir das, indem wir beispielsweise Online-Kurse über Finanzbildung belegen, über Gesundheit, über Glücklichkeit oder über andere Themen, die dich interessieren und die dich einfach dazu bewegen, mehr zu lernen und dein persönliches Wachstum anzugehen. 

Für mich persönlich zählt dazu:

  • mir gute Ärzte zu leisten, 
  • eine gute mentale Unterstützung durch Freunde oder Psychologen zu haben, 
  • der Kauf eines Buches.
Auf der anderen Seite der Investition in Personal Growth, da liegt die Investition in deinen Job. 
 
Du kannst dich immer auf 2 Arten verbessern:

  1. Du kannst fachlich besser werden
  2. Du kannst Organisatorisch (Führungsfähigkeiten) besser werden 

Klassische Skills, um deine jobspezifischen Skills zu erweitern wären, wenn du:

  • eine neue Programmiersprache lernst
  • eine technische Weiterbildung oder einen Online-Kurs über belegst 
  • mehr über die Themen Marketing, Sales oder Vertrieb lernst.
Denn die Steigerung deines Humankapitals wird immer die Steigerung, die du mit Aktien und ETFs erzielen kannst, übertreffen. 
 

Wichtig dabei ist immer, dass es relevanten Praxisbezug hat. Denn ansonsten eignest du dir nur Buchwissen an, was dir tatsächlich auch nicht weiterhilft.

Schritt 6: High-Interest-Investments

In diesem Bereich lernst du etwas über Kryptowährungen, P2P-Kredite, Einzelaktien oder auch gegebenenfalls Private-Equity-Investitionen. 

Das Neue bei diesen Anlageklassen ist, dass du wesentlich mehr selber denken musst und deine eigene Strategie entwickeln musst. 

Denn eine klassische Weltmarkt-Strategie mit einem ETF kann jeder aufsetzen. Sich jedoch Investitions-Gedanken zu machen, in was du investierst und warum du dort investierst und welche Fähigkeiten du hast, ist wesentlich mehr Aufwand. 

Hier sollte gesagt sein, dass das auch professionelle Investoren und Fondsmanager nur in den wenigsten Fällen es schaffen, die durchschnittliche Performance von ETFs (7% – 8% pro Jahr) zu schlagen.

Doch gerade bei größeren Vermögen würde ich nicht mein gesamtes Geld in ETFs investieren. 

Da es allerdings auch erst bei größeren Vermögen relevanter wird, lohnen sich bei den wenigsten Menschen auch diese Anlageklassen am Anfang (unter 100.000€ Vermögen). 

Die meisten Menschen fahren tatsächlich extrem gut, wenn sie eine sogenannte Core-Satellite-Strategie verwenden. 

Das heißt, sie haben ein ETF-Portfolio, ihr Notgroschen und ihr Tagesgeld als Kernstrategie mit einem Großteil ihres Vermögens aufgebaut, z.B. 90 bis 95%, und nehmen dann 5 bis 10 % als Spielgeld, um in risikoreichere Investitionen (High-Risk-Investitionen) zu investieren und neue Dinge zu lernen.

Schritt 7: Investitionen in dein eigenes Business

Der letzte Teil der oberen Pyramide, das sind die Investitionen in dein eigenes Business. 

Wir wissen, dass die meisten reichen Menschen Deutschland, Millionäre geworden, weil sie einfach ihr eigenes Unternehmen gegründet haben und ihr eigenes Business aufgebaut haben.

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